Energiewende: harte Arbeit und kein Platz für Ideologie!

80 Prozent unseres stetig weiter steigenden Energieverbrauchs basieren auf fossilen Energien!

Viele verknüpfen Energieverbrauch mit Strom. Der macht aber nur etwa 30% aus. Autos, LKWs, Schiffe und Flugzeuge verbrauchen etwa weitere 20% an Energie. Die Herstellung von Fahrzeugen und vielen anderen Gütern unseres täglichen Lebens verschlingen ebenfalls große Mengen an Energie. In der kälteren Hälfte des Jahres sind wir froh, dass Wohnung und Arbeitsplatz geheizt sind. Auch für die Erzeugung, Lagerung, Aufbereitung und den Transport unserer Lebensmittel wird viel Energie benötigt. Nicht zu vergessen: Auch für die Herstellung der Düngemittel werden große Mengen an Energie in Form von Wasserstoff gebraucht.

Die Grafik der Internationalen Energie Agentur (IEA) zeigt eindrücklich, dass sich der weltweite Energieverbrauch in den letzten 100 Jahren verzehnfacht hat. Und fast alles basierte auf den fossilen Energieträgern Kohle, Erdöl und Erdgas – und zwar bis heute! Und sie sind es, die für die ungeheure Menge von CO2-Emissionen verantwortlich sind.

 

 

Vor sechs Jahren, man schrieb das Jahr 2015, hat die Welt im Pariser Abkommen beschlossen, aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe auszusteigen. Doch der Verbrauch an fossilen Kraftstoffen steigt unablässig weiter und damit auch die  CO2Emissionen.

Die Analyse der Vereinten Nationen von 2019 (Grafik) veranschaulicht sehr dramatisch den eigentlich dringend notwendigen und radikalen Wechsel. Gleichzeitig stellt sie ihm die beängstigenden Folgen eines  „weiter wie bisher“ gegenüber,  weil fast jede Nation weltweit noch meint, die anderen müssen zuerst handeln.

 

Die deutsche Bundesregierung hat in ihrem Klimaschutzgesetz im Mai diesen Jahres beschlossen, bis 2030 die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2020 etwa zu halbieren und das in allen Sektoren, wie die Grafik des BMU zeigt.

 

Die Experten der Agora Energiewende haben ganz aktuell analysiert, dass Deutschland die selbst gesteckten Ziele dieses Jahr massiv verfehlen wird. Statt der geplanten 145 Millionen Tonnen wird der Verkehrssektor 155 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Insgesamt wird der CO2 Ausstoss um 47 Millionen Tonnen über den Planzahlen für 2021 liegen.

Wie in den verbleibenden acht Jahren die gesetzlich verankerten Klimaziele konkret erreicht werden sollen, haben uns die Politiker bislang nicht verraten. Weder Bundesregierung noch die Parteien im Wahlkampf haben dafür  konkrete Maßnahmen aufgezeigt. Da werden wohl wieder die Gerichte die Einhaltung der Klimaziele erzwingen müssen – die Gesetze dazu sind ja in Kraft.

Kaum jemand betrachtet die sehr komplexen Zusammenhänge der heute weltweiten verzahnten Energieversorgung und die gigantischen Herausforderungen, die mit einer Energiewende einhergehen. Wo wird der viele grüne Strom herkommen, wo die klimaneutral erzeugten Kraftstoffe, wie werden sie transportiert, wer stellt die vielen neuen Antriebe mit all ihren Bauteilen her?

Ideologisch geprägt oder von Einzelinteressen geleitet werden Ziele formuliert, ohne deren Erreichbarkeit konkret zu planen. Beispiele aus der Vergangenheit sind der Ausstieg aus der Atomkraft und der aus der Kohleverstromung, jedoch ohne einen Plan, wie der dann fehlende Strom erzeugt werden soll. Heute sind es beispielsweise die Zahl der E-Fahrzeuge und Ladestationen. Wo soll der Strom bedarfsgerecht herkommen und wie zum Verbraucher transportiert werden? Lieber wird erbittert über die Farben des Wasserstoffs debattiert, ohne zuvor die relevanten Klimabilanzen analysiert zu haben.

Die radikalen Veränderungen, die eine Energie- und Mobilitätswende mit sich bringen, scheinen in Deutschland niemanden zu interessieren. Fast jeder glaubt, dass alles irgendwie weiter so funktioniert wie bisher und irgendjemand wird sich schon um die Energiewende kümmern.

Viele asiatischen Länder und Firmen  analysieren die Fakten sehr detailliert und führen diese in einer ganzheitlichen Strategie zusammen. Das könnten wir doch genauso machen! Und ganz am Anfang einer vertieften Analyse müsste man zunächst eine Antwort auf diese Frage finden:

Woher kommt all der benötigte und  grüne Strom im Verlauf der Tages- und Jahreszeiten?

(eine kleine Hilfestellung: einfach öfters mal aus dem Fenster schauen, oder bei Energy Charts nachschauen, gerne auch in einem der Blogbeiträge von H2connect)

 

 

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1 Kommentar zu „Energiewende: harte Arbeit und kein Platz für Ideologie!“

  1. Danke Werner für den Artikel und die wieder mal „zurechtgerückten Fakten“. Unabhängig von den zentralen Erkenntnissen zum fossilen Energieverbrauch ist doch auch noch mehr Motivation zum sparsamen Umgang mit fossiler Energie und der schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energieträger nötig. Und da der Hebel „Freiwilligkeit“ keine besondere Wirkung in den Gesellschaften entfaltet, muß mehr und mehr auch auf kommunaler Ebene für „Veränderungen“ geworben und getan werden. Positive Veränderungen brauchen viele positive Akteure! VG Jogi

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