Förderung für die Entwicklung emissionsfreier Antriebe

Die Entwicklung eines neuen Produktes kostet viel Geld. Jeder Unternehmer kennt das. Wer aber nicht in neue Produkte investiert, wird schnell gegen die Konkurrenz verlieren und bald um sein Überleben im Markt kämpfen müssen.

Bei der regelmäßigen Optimierung eines bestehenden Produktes ist der Aufwand in der Regel überschaubar und kann aus dem laufenden Geschäft finanziert werden. Will jemand aber ein vollkommen neues Produkt in den Markt bringen, kann das sehr schnell sehr teuer und nicht mehr aus der eigenen Kasse finanzierbar werden.  Gerade in der E-Mobilität ist der Weg hin zur Profitabilität sehr lange und teuer. Besonders dann, wenn parallel zum Antrieb auch noch die Infrastruktur für das Laden, das Tanken von Wasserstoff und die Reparatur/Wartung aufgebaut werden müssen.

Die öffentliche Hand stellt dafür große Summen zur Verfügung. Das Automobilland Deutschland hat sich bei den Fördermitteln, die über die verschiedenen Ministerien kommen, sehr gut positioniert. Für die Material- und Produktionsforschung sowie internationale Kooperationen ist das BMBF (Bildung und Forschung) stark aufgestellt. Die Komponenten- und Systementwicklung wird federführend vom BMWK (Wirtschaft und Klima) gefördert. Für die Entwicklung von Antrieben und Fahrzeugen und die Infrastruktur zum Laden der Batterien oder Tanken von Wasserstoff ist das BMDV (Digitales und Verkehr) mit seiner Programmgesellschaft NOW verantwortlich. Ein Blick auf die Internetseiten der Ministerien hilft allen, die nach Fördermitteln suchen, schnell weiter. Darüber hinaus gibt es große Programme der Europäischen Kommission und auch viel Fördertöpfe in den Bundesländern.

Mit der Produktentwicklung alleine ist es aber noch nicht getan. Bei neuen Technologien wie der E-Mobilität ist die Markteinführung extrem anspruchsvoll und teuer. Mit dem als Marktaktivierung bezeichneten Förderinstrument wird die Erprobung der ersten Fahrzeugflotten im Alltagsbetrieb unterstützt. Beispielsweise fördert das BMDV aktuell 94 Brennstoffzellen-Busse, 146 Abfallsammelfahrzeuge und 22 Kehrmaschinen. Auch 43 Regionalzüge stehen auf der Förderliste. Wichtig für die Markteinführung sind die Wasserstofftankstellen mit aktuell 47 öffentlichen und 36 betrieblichen Fördervorhaben.

Die Kosten eines Produktes (z.B. Antrieb) hängen immer von der Produktionsmenge ab. Je größer die produzierten Stückzahlen, desto niedriger die Kosten. Etwa 80 Millionen Verbrennungsmotoren werden jährlich von einer über Jahrzehnte gewachsenen, hoch qualifizierten Industrie gefertigt. Für Elektro- und Brennstoffzellen-Antriebe ist es noch ein weiter Weg , um vergleichbare Stückzahlen und damit weniger Kosten zu erreichen. Dafür gibt es die aktuell sehr attraktiven Förderprämien für die Käufer von E-Fahrzeugen und den Aufbau der Lade-Infrastruktur.

Ein aktuelles und auch pikantes Beispiel dazu ist Tesla. In der Vergangenheit haben sich gerade die etablierten Fahrzeughersteller über die hohen Verluste bei dem Start Up Unternehmen lustig gemacht. Doch Tesla hat im letzten Jahr mit mehr als 930.000 E-Autos einen Gewinn von fünf Milliarden erzielt – und dabei den Aufbau der Ladeinfrastruktur selbst finanziert. Die Tatsache, dass Tesla nur mit E-Autos einen so hohen Gewinn erwirtschaftet, sollte die etablierte Autoindustrie, die nicht müde wird, nach immer mehr Fördermittel und Subventionen zu rufen, sehr nervös machen.

Foto: Unsplash sharon-mccutcheon

 

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