Klimaneutral war gestern – klimapositive Maßnahmen werden entscheidend!


Sieben Jahre ist es jetzt her, dass in Paris (COP21) die Staatengemeinschaft beschlossen hat, das 1,5° Ziel bei der Klimaerwärmung einzuhalten.  Am 6. November treffen sich 193 Nationen zur  27. Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Ägypten.

Zur Vorbereitung der Konferenz hat das Klima-Sekretariat die aktuellen Pläne der einzelnen Regierungen analysiert. Der Bericht zeigt, dass die Emissionen nach den derzeitigen Verpflichtungen der Regierungen zum Klimaschutz bis 2030 weiter steigen und sich um 10,6 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 erhöhen werden. Die Vereinbarung war eigentlich, dass die Emission der Treibhausgase bis 2030 um 43% reduziert werden. Das Maximum des Verbrauches an fossilen Energien (= CO2 Emissionen) hätte eigentlich spätestens 2025 erreicht werden sollen. Davon sind wir weiterhin sehr weit weg – die Welt wird immer noch zu 80 Prozess von fossilen Energien regiert.

Was ist die Folge?

Die Temperatur unseres Planeten wird sich nach Analyse der aktuellen Entwicklung laut Aussage der Klimaexperten um 2,5°C erhöhen, mit all den Konsequenzen, die wir aus unzähligen Reportagen und Berichten kennen.

Damit erscheint der inzwischen inflationär verwendete Begriff „Klimaneutralität“ in einem ganz neuen Licht: klimaneutral zu werden reicht nicht mehr aus. Wir haben inzwischen eine Konzentration an Klimagasen in der Atmosphäre erreicht, die heute schon sehr viele Schäden verursacht – und die wird weiter zunehmen, auch wenn wir schnell klimaneutral werden sollten.

Was wir brauchen, ist eine aktive Entfernung  von CO2 aus der  Atmosphäre – sogenannte klimapositive Maßnahmen.

Wie geht das?

Die Natur macht uns das vor: Aus CO2, Wasser und Sonnenlicht entsteht Biomasse. Der Prozess wird Photosynthese genannt. Damit wird das CO2 in Biomasse gespeichert, am besten in Form von Holz und so, dass es über Jahrzehnte nicht wieder verbrannt und damit nicht wieder freigesetzt wird. Das Prinzip der Aufforstung in Verbindung mit dem CO2- Zertifikate Handel ist seit vielen Jahren bekannt. Die damit verbundenen Probleme werden leider auch immer deutlicher sichtbar: es dauert viele, zu viele Jahre bis die Bäume ausreichend CO2 binden können. Waldsterben und Waldbrände machen die Bemühungen oft wieder zunichte. Der biochemische Prozess der Photosynthese kann die zur Verfügung stehende Sonnenenergie nur sehr begrenzt nutzen. Bäume pflanzen reicht alleine nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen.

Die technische Alternative zur Photosynthese ist das CO2 aus der Atmosphäre abzutrennen und dauerhaft so zu lagern, dass es nicht wieder in die Atmosphäre gelangt. Bei der  „Direct Air Capture“  (= CO2 direkt aus der Luft einfangen) Technologie wird Luft über einen Absorber, der das CO2 festhält, geblasen. Aus dem Absorber kann dann das CO2 in konzentrierter Form wieder freigesetzt und chemisch umgewandelt werden. Über eine chemische Reaktion des CO2 mit Wasserstoff wird fester Kohlenstoff erzeugt, der dann dauerhaft gespeichert wird. Damit wird die  CO2 Menge in der Atmosphäre kontinuierlich reduziert. Dieser Prozesse benötigt allerdings viel elektrische Energie für die Gebläse zum Abtrennen des CO2 aus der Luft und für die Erzeugung des Wasserstoffs.

In den sonnenreichen Wüsten dieser Erde kann man über Photovoltaik so  viel billigen  grünen Strom erzeugen, dass dieser Prozess ökonomisch sinnvoll machbar ist. Dieser von Obrist Technologies entwickelte Prozess wird als cSink bezeichnet. Die folgende Abbildung (Quelle Obrist) verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen der immer weiter steigenden CO2 Konzentration in unserer Atmosphäre und der Notwendigkeit das CO2 wieder aktiv aus der Atmosphäre herauszuholen.

 

Aus CO2 und Wasserstoff wird in einem abgewandelten Prozess auch Methanol erzeugt, ein sehr breit einsetzbare Kraft- und Rohstoff. Durch die Kombination der beiden Prozesse, die Kohlenstoffabscheidung und die Methanolerzeugung, erhält man einen Kraftstoff – von Obrist als aFuel bezeichnet – mit dem man dann klimapositiv Autos, LKWs oder Flugzeuge antreiben kann. Dank des billigen Stroms in der Wüste, würde dann der klimapositive Kraftstoff etwa 0,60 € pro Liter kosten (auf Benzinäqivalent umgerechnet).

Ein faszinierender Gedanke: mit Autofahren das Klima verbessern!

Übrigens: Obrist bezeichnet sein klimapositives System zur Kraftstofferzeugung auch als Modern ForestAus CO2, Wasser und Sonne wird Brennstoff (Holz bzw. Methanol) und Sauerstoff, wie beim traditionellen Wald, der dafür aber mehr als 20 mal so viel Fläche braucht, als der Modern Forest.

Bildquelle: ARD Weltspiegel, Ahrtal

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