Öl-Embargo und Schwarzhandel

Mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor einem halben Jahr begannen die unendlichen Debatten um Sanktionen, mit denen man Russland in die Knie zwingen könnte.

Wer verzichtet wann und auf wie viel Gas oder Öl aus Russland?

Kein Politiker will seinen Wählern mit Verzicht kommen – die könnten ihn ja nicht mehr wählen wollen. So hängt der Sanktionswille jeden Landes von seiner Abhängigkeit von Importen aus Russland und von der Finanzkraft, um anderen Staaten die fossile Energie weg zu kaufen, ab.

Mit den Sanktionen – auch die Androhung reicht schon –  steigen die Preise. Damit wird der Schwarzhandel immer attraktiver. Das war schon immer und überall so – ob Öl, Waffen oder Drogen.  Die Gewinne sind riesig und die Abhängigen (Süchtigen?) sorgen für blühenden Schwarzhandel.

Interessant sind die in den letzten Tagen stark zunehmenden Berichte über den Schwarzhandel von Öl per Tanker. So in einem Beitrag der ZDF Sendung „Frontal“ vom 16.8.22 . Vor der Küste Griechenlands wird das Öl von russischen Tankern auf andere Tanker umgeladen, und so verliert das Öl seine russische Herkunft. Die Wirtschaftswoche hat in einem lesenswerten Bericht die Tricks der Branche ausführlich recherchiert.

Die typischen Reaktionen der Journalisten und vieler Bürger:

Wie kann das sein? Wieder einmal ein totales Politikversagen!

Interessanterweise betrachtet niemand die so simplen Gründe für den florierenden Schwarzhandel: wer ist abhängig vom Öl?

Wir!

Solange wir (da mit ist jeder einzelne gemeint) nicht bereit sind, den Öl- oder Gasverbrauch einzuschränken oder Alternativen zu realisieren, freuen sich die Schwarzhändler weiter über gigantische Gewinne.

Wie groß die Bereitschaft dazu war, zeigt die Statistik für Deutschland: Der Verbrauch an Öl im ersten Halbjahr 2022 hat um 7,3 Prozent zugenommen (siehe den Blog dazu).

Nachdem der hoch gerühmte Homo Sapiens offensichtlich nicht in der Lage ist, angemessen auf mittelbare Bedrohungen zu reagieren, muss die Natur nachhelfen: Der  Klimawandel sorgt für so niedrige Pegelstände in den Flüsse, dass die Versorgung mit Benzin und Diesel in vielen Regionen schon eingeschränkt ist.

Vielleicht hilft ja der Klimawandel den Schwarzmarkt einzudämmen.

Bild: ZDF Frontal

 

 

 

 

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