Sind vielleicht eFuels die Rettung für 1,4 Milliarden Verbrenner-Motoren?

Jetzt hat man doch so viele Milliarden Euro in die Elektromobilität gesteckt! Erst eine gänzlich neue und sehr, sehr teure Infrastruktur mit europaweit rund 500.000 Ladesäulen aufgebaut, meist ziemlich schwere E-Autos dafür hergestellt und jede Menge Fördergelder an ihre Besitzer verteilt – und dann kocht plötzlich das Thema eFuel wieder hoch? 

Der Anteil der E-Fahrzeuge an der Gesamtzahl der Fahrzeuge liegt bei unter 2 Prozent – 98 Prozent sind immer noch fossil unterwegs. Bei den Nutzfahrzeugen liegen die E-Fahrzeuge noch im Bereich der homöopathischen Dosen. In den Medien findet man fast auschließlich die Zahlen zu den Neuzulassungen, die im Bereich von 20 Prozent elektrisch liegen. Das heißt aber auch, dass der allergrößte Anteil der neuen Autos weiter fossilen Kraftstoff verbrennt.

Zwar hat sich inzwischen herumgesprochen, dass synthetische, flüssige Kraftstoffe grün erzeugt und CO2-neutral sind, und ja: auch ohne Weiteres im bestehenden Tankstellennetz verabreicht werden könnten. Aber: Es dürfte noch eine ganze Weile dauern, bis es genügend von diesen Kraftstoffen gibt. Seriös muss man von mindestens 15 Jahren ausgehen, bis es diesen grünen Sprit in ausreichenden Mengen geben wird. Dazu kommt, dass die Ölproduzenten bislang noch sehr zurückhaltend bei ihrem Engagement zu E-Fuels sind.

Durch sehr kostengünstigen Strom in den sonnen- und windreichen Regionen unserer Erde können E-Fuels auch kostengünstig hergestellt werden. Unter Einberechnung des CO2-Preises für fossile Kraftstoffe werden E-Fuels nicht teurer sein als fossiler Diesel oder Benzin.

Andererseits: Hat der schier unermessliche Aufwand an Investitionen für die  Etablierung der Elektromobilität und der bisher wie selbstverständlich in Kauf genommene, aber meist verschwiegene ökologische Fußabdruck eigentlich niemanden gestört? Sind sich die Befürworter dieser Technik bewußt, dass ihre Batterien in den meisten Ländern noch immer mit überwiegend fossil erzeugtem Strom geladen werden? Bis es in Deutschland und in anderen Ländern mit einem ähnlichen Strommix zu jeder Tages- und Jahreszeit ausreichend grünen Strom gibt, wird es noch mehr als 10 Jahre dauern: genau genommen wird das erst dann der Fall sein, wenn wir das Erdgas in den Kraftwerken durch grünen Wasserstoff ersetzt haben werden.

Was wir brauchen, ist eine durchdachte Strategie zur Energiewende über die nächsten 15 Jahre – das passt halt so gar nicht zu Quartalsberichten und kurzen Wahlperioden…

Foto: eFuels-Forum

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2 Kommentare zu „Sind vielleicht eFuels die Rettung für 1,4 Milliarden Verbrenner-Motoren?“

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