Solarpflicht – erst Zuckerbrot dann Peitsche!

Seit dem 1.Mai besteht für alle Neubauten in Baden-Württemberg eine Solarpflicht. Sechzig Prozent der für Solar geeigneten Dachfläche müssen mit einer Photovoltaik- oder einer Solarthermie-Anlage belegt werden. Ab dem kommenden Jahr gilt diese Pflicht auch bei grundlegenden Dachsanierungen von Bestandsbauten.

Warum brauchen wir eine Solarpflicht?

Seit Jahren sind die Medien voll von Berichten zur Energiewende, die nur mit einem massiven Ausbau der Photovoltaik einhergehen kann. Unser tägliches Leben ist von fossiler Energie und den damit verbundenen CO2-Emissionen geprägt: Die Fahrt zur Arbeit oder in den Urlaub, das Heizen der Gebäude, das Duschwasser, viele Prozesse in der industriellen Fertigung von Gütern und auch Lebensmitteln, überall sind wir abhängig von Erdgas und Erdöl, bei der Stromerzeugung auch von der Kohle.

Seit 20 Jahren setzt die Politik auf Zuckerbrot, das Lieblingswerkzeug um uns BürgerInnen zum Umdenken anzuregen. Die ersten Jahre war die großzügige Förderung der Photovoltaik sehr erfolgreich (siehe Grafik), bis die Kosten, die natürlich von uns Bürgern mit der Stromrechnung selbst bezahlt werden, zu hoch wurden. Leider war das Umsteuern der Politik so laienhaft organisiert, dass nicht nur der notwendige Ausbau der Sonnenenergie zum Erliegen kam, sondern gleichzeitig auch die dazugehörige Wirtschaft komplett unterging.

 

Grafik aus Energy-Charts.de (für das Erreichen der Klimaziele 2030 müsste der jährliche Zubau bei 16 GW liegen- siehe link).

 

Nachdem die (freiwillige) Weitsicht in Deutschland kein Thema mehr ist, muss nun die Peitsche her. Baden-Württemberg ist jetzt Vorreiter. Die anderen Bundesländer und die Bundesregierung müssen über kurz oder lang wohl nachziehen. Denn es zeigt sich: Mit Freiwilligkeit und Überredungskunst lassen sich die gesetzlich verankerten Klimaschutzziele nicht erreichen. Dabei ist bemerkenswert, dass Photovoltaik auf den Gebäuden im Besitz von Bund, Ländern, Landkreisen und Kommunen einen echten Seltenheitswert hat. Von der Vorbildfunktion staatlicher Organisationen ist kaum etwas erkennen, und das obwohl der selbsterzeugte Strom auf dem Dach deutlich billiger ist als der vom Energieversorger. Wie bei alle anderen Kosten werden auch die für den Strom vom Steuerzahler getragen, und den scheint das offenbar nicht zu stören!

Bild privat

 

 

 

 

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1 Kommentar zu „Solarpflicht – erst Zuckerbrot dann Peitsche!“

  1. Vielen Dank für diesen guten Beitrag! Die begrüßenswerte Einführung einer Solarpflicht in BW hatte ich tatsächlich gar nicht mitbekommen. Danke auch für das klare Plädoyer für ordnungsrechtliche Maßnahmen. Aus meiner Sicht hat Corona klar gezeigt, dass Appelle und Anreize allein nicht zur Bewältigung einer Krise ausreichen. Außerdem – wie auch schön aufgezeigt wird – wird ja der Bürger gewissermaßen zu seinem Glück gezwungen, lässt sich doch auf diesem Weg neben den positiven Effekten für Umwelt und Klima auch noch gut Geld sparen.

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