Veranstaltung in Lindau: Große Nachfrage, viel positives Feedback – und hier auch die Vorträge

Unser überregional agierendes Netzwerk h2connect-Bodensee hat wieder zu einer Veranstaltung eingeladen und erneut eine Menge Interessierte aus Nah und Fern ins Spielbank-Foyer gelockt. Bürgermeisterin Katrin Dorfmüller begleitete die 3 Referenten und 120 Zuhörer mit der Frage: 

„Sind wir in Sachen Energie und Mobilität der Zukunft auf dem richtigen Weg?“

Hier zunächst die Vorträge als PDF-Datei:

Energie & Mobilität der Zukunft – Tillmetz

TWS Netz – H2 Strategie – Ederer

aFuel® based on H2 – Obrist

Werner Tillmetz führte eindrücklich vor Augen, dass wir in nur sieben Jahren 80 Prozent grünen Strom – also aus Wind und Sonne – erzeugen und nutzen wollen. Wohl dem, der wie er bereits eine PV-Anlage samt E-Auto besitzt: Grüner und kostengünstiger kann man kaum fahren.

Zu dumm, dass im Winter fast 3 Monate lang nur wenig Sonne die Photovoltaik erreicht und kein Lüftchen die Windräder antreibt. Zu 95 Prozent gilt dies laut Wetterdienst von November bis Januar – und zu 80 Prozent das ganze Jahr. Da freuen sich alle, die jede Menge Geld mit fossilen Kraftstoffen verdienen. Mit dem Ausbau der Sonnen- und Windenergie gibt es aber auch Zeiten mit Strom im Überschuss. 2022 waren das acht Milliarden Kilowattstunden – genug, um 16.000 Wasserstoff-Busse ein Jahr lang zu betreiben. Die Speicherung des zeitweise immer üppigeren grünen Stroms für Winter, sonnenlose Tage, alle Nächte und windstille Zeiten wird deshalb entscheidend: Das kann nur Wasserstoff, der damit vom Champagner zum Sprudel der Energiewende wird.

Werner Tillmetz betonte, dass wir heute den täglichen Energiebedarf mittels Erdgas und Erdöl aus fernen Ländern importieren. Das lässt sich aber auch mit grüner Energie – nämlich Methanol oder Wasserstoff – aus Regionen mit deutlich mehr Wind und Sonne als bei uns realisieren.

Tobias Ederer von der TWS Netz GmbH berichtete über die intensiven Aktivitäten zur Umstellung der bestehenden Gasnetze auf Wasserstoff. Das betrifft den Wasserstoff aus Portugal, Spanien, Nordafrika und der Nord- und Ostsee-Region bis nach Lindau. Ab 2040 fließt also kein Erdgas mehr durch unsere Gasnetze, sondern grüner Wasserstoff.

Viele Teilnehmer waren besonders auf den Vortrag von Frank Obrist neugierig:  Er ist derzeit dabei, die Mobilität auf den Kopf zu stellen. Zur Veranstaltung fuhr er mit einem umgebauten Tesla, bei dem man flüssigen Kraftstoff – aFuel® von atmospheric fuel – tankt und damit trotzdem elektrisch fährt. Für die Herstellung des kostengünstigen Kraftstoffes wird in Wüstenregionen CO2 aus der Atmosphäre mit Wasserstoff verbunden. Das patentierten Verfahren ermöglicht sogar CO2-negative Mobilität – ein Traum, nicht nur für jeden passionierten Autofahrer. Zukünftig kann damit auch ein großer Teil unserer Primärenergie klimapositiv erzeugt und weltweit verteilt werden.

Aus allen drei Vorträgen ging hervor, dass es noch viel Überzeugungsarbeit bedarf, um unseren Politikern den Weg in eine klimafreundliche Zukunft aufzuzeigen.

 

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1 Kommentar zu „Veranstaltung in Lindau: Große Nachfrage, viel positives Feedback – und hier auch die Vorträge“

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