Der Kampf um Strom – welchen Preis zahlen wir für die Energiewende

Eine sehr sehenswerte Reportage auf 3sat zeigt an einigen guten Beispielen die sehr sinnvolle aber oft auch schwer umzusetzende regionale Erzeugung von Strom

„Mächtige Energiekonzerne kämpfen um Marktanteile, Bürgermeister gehen mit dezentralen Konzepten ihre eigenen Wege in Sachen Energieversorgung. Und: Der Widerstand in der Bevölkerung gegen weitere Windparks und Strommasten ist enorm“ so die Einleitung zur Reportage.

Um möglichst ganz Deutschland mit Grünem Strom zu versorgen, gibt es theoretisch zwei Möglichkeiten:

Er wird entweder dezentral in der Region aus Photovoltaik auf den Dächern der Häuser oder in Energieparks (Photovoltaik oder Windkraft) erzeugt und vor Ort direkt genutzt. Bei viel Wind und Sonne bietet sich die Speicherung als Wasserstoff und dessen Nutzung als Kraftstoff für Fahrzeuge an.

Oder man vertraut den großen Stromkonzernen, die dafür allerdings noch Stromtrassen mit einer Länge von insgesamt 7.700 Kilometer bauen wollen – entsprechender Flächenverbrauch samt Widerstand der Bevölkerung inklusive. Für die Stromkonzerne scheint die Nähe zum Wirtschaftsminister jedoch groß genug zu sein, um mit entsprechender Unterstützung rechnen zu können.

In Schipkau, einer kleinen Niederlausitzer Gemeinde, hatte der Abbau von Braunkohle bereits große Eingriffe in die Landschaft zur Folge. Und trotzdem hat sich der dort ansässige Unternehmer Ole Petersen zusammen mit dem Stadtrat und den Bewohnern für die bessere Variante  entschlossen: Für 100 Millionen Euro wird dort neben einer bereits bestehenden Windräderanlage ein Solarpark auf einem stillgelegten Gelände entstehen, der am Ende 100.000 Haushalte versorgen kann.

Petersens Strategie ist klar: Er wehrt sich dagegen, dass die Geldströme in der Wertschöpfungskette wieder nur an die großen Konzerne fließen. Deshalb plädiert er für eine dezentrale Stromversorgung. Er will diese Idee weiter vermarkten und hofft, möglichst viele Kommunen zu überzeugen, um seinem Beispiel zu folgen.

Vielleicht kann er dem Teufel zuletzt doch noch ein Schnippchen schlagen, denn ein Sprichwort in der Region lautet:

„Gott hat die Lausitz geschaffen, aber der Teufel die Kohle darunter“

Das  Video aus der 3sat-Mediathek können Sie hier sehen

 

Photo by Andrey Metelev on Unsplash

Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Wir informieren jeden Freitag über die neuesten Beiträge unseres Blogs.

Wir behandeln Ihre Daten vertraulich. Mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kontakt

Sie haben Fragen zum Projekt oder zu Wasserstoff im Allgemeinen? Sie möchten Wasserstoff in Ihrer Region unterstützen oder von Ihren Erfahrungen berichten? Sie möchten zu unserem Projekt beitragen? Melden Sie sich gerne jederzeit bei uns!

Scroll to Top