„Die Fischerin vom Bodensee“ macht jetzt auf Aquakultur

Menschen, die gerne sowohl Fleisch als auch Fisch essen, steuern auf ein Dilemma zu: Zwar ist mittlerweile den meisten bewußt, dass eine Verringerung des Fleischkonsums sowohl der Gesundheit zugute kommt als auch weniger Treibhausgase verursachen würde. Doch machen sich viele bezüglich des Fischverzehrs noch zu wenig Gedanken –  ausgenommen die Fischer selbst, die bisher (gerade noch) davon leben konnten.

Einerseits hat die Nachfrage nach Fisch massiv zugenommen, andererseits sind nicht zuletzt deshalb Meere, viele Füsse und Seen „überfischt“.

Schon vor einer Woche war der „End of Fish Day“. Das  ist der Tag, an dem rechnerisch alle Fische und Meerestiere aus der deutschen Nord- und Ostsee und den Binnengewässern aufgegessen sind.

Der End of Fish Day ist dieses Jahr so früh wie nie zuvor.

Das bedeutet, dass der Bedarf deutlich größer ist als das, was uns die Natur zur Verfügung stellt. Ein Problem, das man auch vom Bodensee kennt.

Doch für einen bestimmten Zweig der globalen Lebensmittelproduzenten bedeutet das viel Geschäft: Es sind die Betreiber großer Zuchtanlagen für Fische, also der Branche, die zum Begriff „Aquakultur“ gehört. Ein Problem besteht immer noch in dem Umstand, dass zumindest die fleischfressende Spezies – also z.B. Forelle und Lachs – rund vier Kilo Futter benötigt, um hinterher ein Kilo genussfertigen Fisch auf den Teller zu bekommen. Dieses Futter besteht wiederum aus Fischmehl, das aus den Abfällen der industriellen Fischverarbeitung gewonnen wird. Gerade bei den Lachsen aus den Norwegischen Fischfarmen besteht das Futter aber aus viel Sojamehl, für dessen Anbau in Brasilien der Regenwald weichen musste.

Diese Fischfarmen haben auch einen hohen Strombedarf  für die Wasserpumpen und die Regulierung der Wassertemperatur sowie für das Einblasen von ausreichend Luft, um den Fischen den benötigten Sauerstoff zum Überleben bereit zu stellen. Damit verbunden sind enorme CO2-Emissionen.

Wie man das effizienter und umweltfreundlicher gestalten kann, will –  zunächst für die Produktion von 6.000 Tonnen Fisch –  eine kleine Firma aus Norwegen zeigen. Es ist in erster Linie eine Elektrolyseanlage, die mit grünem Strom betrieben wird, um damit Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Die Firma NAPOP (Not A Part Of the Problem) bringt das so zum Ausdruck:

„…der mit der Wasserelektrolyse erzeugte Sauerstoff kann direkt und effizient in der Fischzucht verwendet werden. Mit dem Wasserstoff versorgen wir dann einen katalytischen Brenner, der die notwendige Wärme für die Fischzucht erzeugt.  So werden alle Stoffströme optimal genutzt.“

Fazit: Auch in der Lebensmittelproduktion gewinnen umweltfreundliche Technologien an Bedeutung. Doch leider gilt auch hier: Weniger Fisch essen wäre allemal besser.

 

Bild: Uta Weik

 

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