Die unterschiedlichen Erwartungen von Chinesen und Europäern an E-Autos

Eine Menge zustimmender Kommentare erhielt electrive-Chefredakteur Peter Schwierz auf seinen Artikel, den er über seinen 5tägigen Besuch bei der Automesse in Peking verfasst hat. Der vielfach geäußerten Hoffnung, es mögen ihn doch hoffentlich auch Verantwortliche der Autoindustrie und Politik lesen, kann man sich nur anschließen.

Interessant der erste Eindruck des Autors an Chinas Straßen: Im Gegensatz zum „Röhren“ vieler Autos in unseren Gefilden empfand er die Geräusche dort allenfalls als „Grundrauschen“ – der Anteil an E-Autos ist in China um ein Vielfaches größer als bei uns, und schnell lässt sich gerade in den zahlreichen Millionenstädten aufgrund der hohen Verkehrsdichte ohnehin nicht fahren. Ebenfalls auffällig: Es sind zwar viele neue Automarken entstanden, von denen ein Großteil noch gar nicht in Europa zugelassen ist, doch gleichzeitig lassen sich die meisten optisch gar nicht mehr so richtig voneinander unterscheiden.

Apropos Zulassung: Chinesische Hersteller achten vor allem darauf, dass das technische Angebot im Inneren ihrer Autos viel „Entertainment“ und Wohlfühl-Effekte bereithält, welche die meist kurzen, aber trotzdem recht langen Fahrten von A nach B in ihren Großstädten erträglicher machen. Da spielt die Frage nach Geschwindigkeit, Sicherheit, Reichweite oder manch strengen EU-Vorgaben meist nur eine geringe Rolle. Um auf dem europäischen Markt aber trotzdem eine prägende Rolle zu spielen, arbeitet mittlerweile jede Menge von Ingenieuren daran, viele ihrer Autos baldmöglichst EU-kompatibel zu machen.  

Bezüglich der Weiterentwicklung von Batterien sieht der Schreiber ohnehin kaum Chancen gegenüber China.  Und als Chefredakteur von electrive überrascht es auch nicht, wenn er sowohl am Ende des Verbrenners festhält, synthetische Kraftstoffe für „Quatsch“ hält als auch die Entwicklungen für andere Lösungen als „ Pseudo-Technologieoffenheit“ bezeichnet.

Was also bleibt da noch für europäische Ambitionen gegenüber dem chinesischen Vormarsch?

Schwierz plädiert dafür, endlich den Ladevorgang selbst, die Autorisierung und die Bezahlung so einfach, transparent und schnell wie möglich zu machen. Er unterstützt deshalb die Plug and Charge – Methode, die sich immer weiter verbreitet und schon prominente E-PKW-Anbieter für sich gewinnen konnte. Vielleicht wird dann ja der Traum von vielen E-Autofahrern irgendwann wahr: Anstecken und Kaffetrinken. Alles andere – inclusive Bezahlen – erledigt das System automatisch. Auf die bisherigen (viel zu vielen) Anbieter, die den Lade- und Bezahlvorgang oftmals kompliziert und uneinheitlich machten, kämen in diesem Fall allerdings schlechte Zeiten zu…

 

Bildquelle: BYD

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