Grüner Strom für sechs Millionen Haushalte bleibt ungenutzt!

Der Spiegel hat über erste Zahlen  der Bundesnetzagentur zu den Stromengpässen für das Jahr 2023 berichtet. Danach mussten im letzten Jahr 19 Milliarden Kilowattstunden an Strom, meist aus Windenergie, abgeregelt werden. Das bedeutet, dass sehr viel grüner Strom – ausreichend, um sechs Millionen Haushalte das ganz Jahr über zu versorgen – ungenutzt blieb und zu einem großen Anteil durch Kohlestrom ersetzt werden musste.

Woran liegt das?

Die Übertragungsnetze können den vielen Strom, der bei Starkwind im Norden der Republik erzeugt wird, nicht in den Süden weiter leiten. Daher müssen wir die Netze ausbauen – so die einhellige Meinung der Medien und Politiker. Ist das richtig?

Die entscheidende Frage ist doch, warum braucht der Süden immer dann so viel Strom, wenn im Norden sehr viel Wind weht?

Der Verbrauch in den Haushalten oder der Industrie steigt ja nicht, wenn gerade im Norden der Wind weht. Ohne Starkwind und zu etwa 90 Prozent der Zeit funktioniert ja alles problemlos.

Was ist dann der Grund?

Wenn es viel Wind gibt, dann fallen an der Strombörse in Leipzig die Preise, und sie gehen immer öfters sogar ins Negative. Das heißt, jeder der Strom abnimmt, bekommt noch viel Geld dazu. Das ist natürlich sehr verlockend für die Stromhändler, vor allem in der Alpenregion. Die können mit dem Strom ihre Pumpspeicherwerke auffüllen und damit sehr viel Geld verdienen.

Da dieser Überschussstrom nur vorübergehend – mit dem weiteren Ausbau der Wind- und Sonnenenergie allerdings immer häufiger – auftritt, ist es kaum möglich, ihn direkt zu nutzen. Auch die meisten Nachbarländer haben zur gleichen Zeit zu viel an Sonnen- oder Windstrom. Da hilft nur die Speicherung des Stromes: bei den sehr großen Mengen ist das nur über Wasserstoff sinnvoll.

Mit 19 Milliarden Kilowattstunden könnte man zum Beispiel so viel Wasserstoff produzieren, wie 1,5 Millionen PKW mit einem Brennstoffzellen-Antrieb im ganzen Jahr verbrauchen würden. Mit den entsprechenden Elektrolyseuren – vor allem im Norden – sparen wir uns zusätzlich den extrem teuren Netzausbau und auch den Betrieb von Kohlekraftwerken, um den Stromhändlern den an der Börse gekauften, billigen Strom zu liefern.

Zu guter Letzt noch eine Frage an die Wirkungsgradspezialisten:

Wie berechnet man den Wirkungsgrad für die Wasserstofferzeugung, wenn der dafür benötigte Strom aus dem Überschuss genommen wurde, also vor dem Abregeln gerettet wurde?

Die Antwort: 

Den Wirkungsgrad berechnet man auch hier wie immer. Nur, diese Zahl hat keine Bedeutung: Entscheidend sind immer die Kosten. Wenn der Strom sehr billig ist (weil keiner ihn braucht), dann ist auch der Wasserstoff sehr billig.

P.S.: Haben Sie auf Ihrer Strom- oder Gasrechnung schon einmal etwas von einem Wirkungsgrad gelesen?

 

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