Klimawende und Russland-Krieg – was lernen wir daraus?

Was hat die Klimawende mit dem Krieg Russlands zu tun?

In den letzten Tagen – wegen der dramatischen Nachrichten aus der Ukraine nur wenig beachtet – wurde der neue Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) veröffentlicht. Die internationalen Experten der Klimaforschung warnen in immer dramatischeren Appellen vor den Folgen des Klimawandels. Seit dem letzten Bericht vor sieben Jahren und dem berühmten Klimaabkommen von Paris 2015  sind die CO2-Emissionen weltweit weiter angestiegen. Auch die viel beachteten Proteste von Fridays for Future und vielen anderen Organisationen hatten keinen wesentlichen Einfluss auf das Verhalten unserer Gesellschaft und auf die Emissionen von Klimagasen. Das Streben nach Wachstum und Profit steht im Vordergrund. Nur Corona verursachte letztes Jahr eine kleine Delle.

Grafik: Entwicklung der globalen CO2-Emissionen  (Quelle: Statista)

 

Was hat das mit dem Krieg Russlands in der Ukraine zu tun?

Die letzte Bundesregierung hat vor etwa einem Jahr ein sehr ambitioniertes, aber auch dringend notwendiges Klimaschutzgesetz verabschiedet. In fast allen Bereichen müssen sich die CO2 Emissionen bis 2030 halbieren, wie wir in einem früheren Blog berichtet hatten.

Betrachten wir unsere aktuell intensiv diskutierten Importe von Gas, Öl und Kohle aus Russland, dann stellen wir fest, dass diese im Bereich von 50 Prozent der heute notwendigen fossilen Energien liegen, die wir für die Versorgung Deutschlands mit Strom, Wärme und Industrie-Rohstoffen brauchen. Also etwa genau so viel,  wie wir zum Erreichen der Klimaziele einsparen müssten.

Bei den verzweifelten Versuchen, den Import dieser fossilen Energien aus Russland zu stoppen, stellen wir plötzlich fest, wie extrem abhängig viele unserer Arbeitsplätze und ein Großteil der Strom- und Wärmeversorgung von den fossilen „Drogen“ sind. Einen kurzfristigen Ersatz gibt es trotz intensiver Bemühungen nicht. Wir können nur verflüssigtes Erdgas oder Erdöl anderen Abnehmern für teures Geld wegkaufen. Wir haben steigende Preise – und die ärmeren Nationen nichts.

Mit der Energiewende hätten wir vor mehr als 15 Jahren anfangen sollen!

Interessant ist, dass wir Menschen immer erst dann zu handeln beginnen, wenn die Situation schmerzhaft wird. Die Bilder aus der Ukraine schmerzen, aber offenbar noch nicht ausreichend genug, um dafür auch Arbeitsplätze oder Mobilität zu riskieren. Beim Klimaschutz ist für die meisten Menschen alles noch weit weg, außer man ist plötzlich selbst davon betroffen – wie die Menschen im Ahrtal im letzten Jahr.

Was tun wir jetzt?

Das Eine ist: Den Ausbau von Strom aus Wind und Sonne so schnell als irgendwie möglich voranzutreiben und dabei zu hoffen, die notwendigen Materialien und Produkte aus China zu erhalten.

Sonst bleibt nur das Energiesparen in allen Bereichen des täglichen Lebens übrig: Weniger und langsamer Autofahren, weniger Heizen, weniger Konsum in allen Bereichen – vor allem bei den vielen Produkten aus fernen Regionen.

Zusammengefasst:

Einfach dramatisch weniger von Allem, um von den „Drogen“ Gas, Öl und Kohle wegzukommen.

 

Bildquelle: Tagesschau.de

 

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