Und was, wenn Skilifte tatsächlich bald stillstehen?

Für weniger aktive Wintersportler dürfte der Artikel im Wirtschaftsteil (!) der Schwäbischen Zeitung (17.8.) recht verstörend gewirkt haben: „Wenn die Skilifte stillstehen“ heißt es dort in der Überschrift. Und es klingt auch danach noch ein wenig so, als handele es sich für SkifahrerInnen, die sich längst an Schneekanonen und Kunstschnee gewöhnt haben, um eine grundrechtartige Selbstverständlichkeit, dass dieser Zustand um jeden Preis erhalten bleiben soll. Deshalb will man trotz „eingeschränkter Möglichkeiten“ ein wenig die Geschwindigkeit der Lifte drosseln, an Pistenraupen und Kunstschnee sparen, und natürlich auch an Strom, Komfort wie warmem Wasser, Nachtfahrten oder Werbebeleuchtungen. Fünf Prozent weniger Strom will man dadurch weniger verbrauchen. WOW!

Zur Erinnerung: Um 1 Hektar Fläche mit Kunstschnee zu bedecken, bedarf es einer Energie von etwa 20.000 Kilowattstunden.  Die Dimension dieser jährlichen „Beschneiungs-Orgie“ lässt sich aber erst daran ermessen, dass die Alpen mit ihren 600 Skigebieten nicht nur einen Hektar Pistenfläche bereit halten, sondern mehr als 5.500. Und mehr als 67 Prozent davon werden mit strom-hungrigen Geräten künstlich beschneit. Das entspricht pro Saison in etwa der Energie von 130.000 Vier-Personen-Haushalten.

Und wie schaut es mit dem enormen Wasserverbrauch aus, der uns und der Wirtschaft täglich mehr Sorgen bereitet? Auch wenn man sich die Menge kaum vorstellen kann, so lässt die Zahl von 4,7 Millionen Liter pro Saison ahnen, dass es da künftig eine neue Form von Verteilungskämpfen geben dürfte. Um für den Winter gerüstet zu sein, wurden zwar viele Auffangbecken in den Bergen gebaut, doch neben den Eingriffen in die Natur ist klar, dass dieses aufgestaute Wasser dann wieder in den Flüssen im Tal fehlt. Da hilft auch die scheinbar pfiffige Idee eines Skilift-Betreibers nicht lange weiter, der sich nunmehr unabhängig vom trockenen Wetter wähnt: “ Wir haben jetzt einen Tiefbrunnen. Da lässt sich in kurzer Zeit viel Wasser abpumpen.“

Bleibt zu hoffen, dass in seinem Ort das Grundwasser möglichts lange erhalten bleibt. Nicht nur wegen der Skifahrer.

Foto: Aaron Doucett – unsplash

 

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