„Energie neu denken“ – Eindrücke von der virtuellen Experten-Diskussion (InnoSüd)

Am 6.Mai äußerten sich mehrere Wissenschaftler und Experten aus der Wirtschaft und Gesellschaft zu den Herausforderungen, die insbesondere im Zusammenhang mit der Energie von morgen stehen. Auch Prof. Tillmetz hielt einen Vortrag zu Fragen der Herkunft der Energie für Transport und Mobilität. Insgesamt spielten neben den verschiedenen Energieträgern nicht nur der Transport, die Verteilung und Speicherung eine wichtge Rolle, sondern auch eine möglichst effiziente Nutzung der Energie. Die unabdingbare Akzeptanz der Nutzer – sei es in Fragen der Kosten oder der Zuverlässigkeit – wurde abenfalls als wichtiger Aspekt in den Ausführungen der Wissenschaftler hervorgehoben.

Als interessierter Laie war die weitgehend unvoreingenommene Herangehensweise der einzelnen Referenten zu spüren, auch wenn – ebenso wie in der  Öffentlichkeit – bezüglich der Antriebstechnik gewisse Unterschiede in der jeweiligen Einschätzung herauszuhören waren.

Überraschend für mich waren die Erkenntnisse des Baden-Württembergischen Stromversorgers Netze BW. Zum einen, weil ich die Untersuchungen zur Nutzung, zum Speicherbedarf und zu den Ladeorten von Elektrofahrzeugen sehr interessant fand. Zum anderen aber auch, weil mir dieses hohe Maß an Technik, der Aufwand für ein funktionierendes Verteilernetz, das Lademanagement und die Menge der geplanten Ladepunkte für zigMillionen E-Fahrzeuge nicht bewußt war – und ich dies deshalb noch mehr als bisher für überaus problematisch halte. Denn die Auswirkungen auf das Stromnetz werden nicht nur in dafür vorgesehenen Tiefgaragen untersucht, sondern beispielsweise auch in einer „E-Mobility-Allee“ einer Siedlungsstraße. Dies lässt nichts Gutes für die künftige Optik auf öffentlichem Grund erwarten: Eigentlich sollte der Platz für Autos ja eingeschränkt und nicht für Ladepunkte und den „angehängten“ Autos neu belegt werden…

Ganz abgesehen davon kostet der Ausbau des Netzes und der Ladeinfrastruktur ein Vermögen. Auch das dafür notwenige Kupfer für eine Mobilität nur auf Basis von Batteriefahrzeugen ist nicht verfügbar, wie Prof. Tillmetz in seinem Vortrag ausführte. Der angebliche Wirkungsgradvorteil von E-Fahrzeugen verschwindet schnell, wenn die Fahrzeuge nachts geladen werden. Da scheint bekanntlich keine Sonne und der Strom muss aufwändig zwischengespeichert werden.

Da drängt sich mir als Unterstützer der Wasserstofftechnik erneut die Frage auf: Hätten nicht die bestehenden rund 14.000 Tankstellen genügt, um diese rechtzeitig mit Wasserstoffsäulen auszustatten, an denen dann künftig neben den LKWs auch Brennstoffzellen-PKWs hätten problemlos und in kurzer Zeit tanken können – gut gerüstet für weitere 500-700 Kilometer? Die fast 60 Millionen Fahrzeuge mit Verbrenner haben sie jedenfalls bisher zuverlässig mit Benzin oder Diesel versorgt….

Link zu den Vorträgen: Innosued

 

Photo by Karsten Würth on Unsplash

 

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2 Kommentare zu „„Energie neu denken“ – Eindrücke von der virtuellen Experten-Diskussion (InnoSüd)“

  1. Ja gerade die Hochleistung-Ladepunkte, die über 150 bis 200 kW als Schnelllade-Leistung zur Verfügung stellen, sind für die Stromnetze im Mittel- und Niederspannung (Ortsnetz-Vertrilung) extrem teuer und anspruchsvoll zu managen. Die Trafo’s und Kabel kosten viel Geld und werden leider nicht durch die Nutzer der großen E-Fahrzeuge bezahlt, sondern durch steigende Strompreise die gewöhnlichen Stromverbraucher… Das ist nicht gerecht..Kostengerechtigkeit gehört auch auf die Tagesordnung. Stichwort: Verursacherprinzip!

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