Klimaneutral und günstig – auch durch den Winter

Viele Gemeinden in Deutschland wollen für ihre Bürger bezahlbaren Strom und Wärme sicherstellen. Mehr als 150 Gemeinden in Deutschland haben sich schon vor einigen Jahren auf den Weg gemacht mit dem Ziel einer lokalen erneuerbaren Energieerzeugung. Jede Gemeinde unternimmt das mit den Mitteln, die zu ihrer Lage passen. Dies geschieht großteils mit dem Ausbau der Sonnen- und Windkraftanlagen, welche von der Gemeinde gebaut und zusätzlich zu den privaten Anlagen betrieben werden. Aber was machen wir im Winter?

Einige Gemeinden sind heute schon so weit, dass sie ihren überschüssigen Strom im Sommer und bei starkem Wind lokal speichern können. Diesen Überschuss an Energie verwenden sie, um das eigene Energienetz zu stabilisieren und auch an besonders kalten und dunklen Wintertagen Strom und Wärme bereitzustellen. Dies ist eine der wesentlichen Aufgaben, um mit erneuerbaren Energien autark zu werden und künftig den Preis für die eigene Energieversorgung lokal zu kontrollieren. Schon heute ist erneuerbare Energie bekanntlich günstiger als fossile Energie.

Die Gemeinden stellen ihre eigenen Elektrolyseure auf und erzeugen mit ihrem überschüssigen Strom grünen Wasserstoff, den sie lokal für den Winter speichern. Ein recht schöner Nebeneffekt ist, dass mit dem verfügbaren lokalen Wasserstoff auch die Tankstellen in der Gemeinde versorgt werden, um Brennstoffzellen-Lastwagen, -Busse, -PKW und -Schiffe zu betanken.

Selbst im schönen Bayernland gibt es schon Gemeinden, die erfolgreich auf dem Weg zur lokalen erneuerbaren Energieversorgung sind, wie BR24.de  z.B. über Wunsiedel berichtet. Noch in diesem Jahr 2022 wird dort ein Elektrolyseur in Betrieb genommen, der 1.350 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugt. Auch die Stadt Kempten plant im Rahmen des Projekts „HyAllgäu“, über das wir hier regelmäßig berichten, demnächst 1.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr zu erzeugen.

Vielleicht hätte man ja schon sehr viel früher damit beginnen können, seine eigene lokale Energieerzeugung in der Gemeinde aufzubauen. Spätestens heute ist jedem klar, dass unsere Stadtwerke kurzfristig umdenken müssen, um sich von einem reinen Zwischenhändler zu einem aktiven Erzeuger von erneuerbarer Energie zu entwickeln. Die erforderlichen Anlagen sind mittlerweile erschwinglich und die Marktpreise für Energie werden trotz der hohen Verfügbarkeit von Strom, Öl und Gas von den Händlern in immer schwindelerregendere Höhen getrieben.

Schlaue Gemeinden nutzen jetzt die Gunst der Stunde, um auf die vollständige lokale Energieerzeugung umzuschwenken: zum Wohle ihrer Wirtschaft, der Geldbeutel ihrer Bürger und um unser gemeinsames Ziel „Klimaneutralität 2035“ sicher zu erreichen.

Bild: BR24.de

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