Back to the Roots: CO2 als Kohle speichern

Inzwischen mehren sich die Stimmen: Klimaneutral reicht nicht mehr, wir müssen anfangen das CO2 aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen, um die schnell voranschreitende Erwärmung unseres Planeten zu begrenzen.

Die Grafik (Quelle Obrist Technologies) veranschaulicht die Situation, falls wir so weiter machen wie bisher (Business as usual). Wir müssen die CO2 Konzentration in der Atmosphäre aktiv reduzieren.

 

Wie kann man CO2 aktiv aus der Atmosphäre entfernen?

Am besten ist es zuerst einmal zu schauen, wie es die Natur macht: Über Photosynthese wird das CO2 mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser in Biomasse und Sauerstoff umgewandelt. Damit wird das CO2 in der Biomasse solange gespeichert, bis diese wieder verbraucht wird – z.B.  zum Heizen, zum Essen oder Tiere füttern. Am besten eignet sich das Pflanzen von Bäumen. Das Problem: Es dauert etwa 40 – 50 Jahre, bis der Baum begonnen hat so richtig viel CO2 zu speichern. Das passt nicht so recht zum Zeithorizont, der uns noch zur Verfügung steht (siehe Grafik). Dazu kommt, dass häufig Waldbrände, Stürme oder Borkenkäfer den Plan zunichte machen. Auch stehen diese in der Fachwelt als „Nature based Solutions“ bezeichneten Pfade der CO2-Entfernung in keinem Verhältnis zu den Mengen an CO2, die wir täglich in die Luft pusten. Ein weiteres Dilemma des Pflanzens von Bäumen liegt in dem häufig damit verbundenen und in der Wirtschaft sehr beliebten Zertifikatehandel. Die Wirkung verpufft durch sehr fragwürdige Geschäftsmodelle, wie aktuell die ZEIT sehr eindrucksvoll recherchiert hat.

Dann bleiben noch die technischen Lösungen: Dazu muss man das CO2 direkt aus der Luft „saugen“  (als Direct Air Capture bezeichnet) oder aus der Abluft von fossilen Kraftwerken entfernen. Diese Prozesse sind sehr energieintensiv und sollten daher nur mit sehr kostengünstigem grünen Strom, das heißt in sehr sonnen- oder windreichen Regionen durchgeführt werden.

Und was machen wir dann mit dem CO2?

Das kann man bei aktiven Gas- und Ölförderanlagen in den Bohrlöchern verpressen und damit gleichzeitig die Förderung von Öl und Gas unterstützen (als tertiäre Förderung – „enhanced oil recovery“- bezeichnet und heute vielfach angewandt).  Nachdem wir aber aus der Nutzung dieser Brennstoffe aussteigen wollen, kann das nur noch eine temporäre Lösung sein. Alternativ kann man vielleicht irgendwo CO2 unterirdisch in geeigneten Gesteinsformationen einlagern? Das scheitert an der Akzeptanz der Bevölkerung – zu groß ist die Angst vor Leckagen.

Es gibt aber noch eine weitere, sehr elegante Lösung: das aus der Luft eingesammelte CO2 mit Hilfe von grünem Wasserstoff in Kohle umwandeln. Wie wir seit Jahrtausenden wissen, lässt sich Kohle problemlos und beliebig lange lagern.

Also das CO2 wieder zu dem machen, aus dem es einmal entstanden ist – back to the roots.

P.S. Dieses Verfahren wird aktuell von Obrist Technologies entwickelt und als cSink oder „Modern Forest“ bezeichnet (dieser macht das Gleiche wie der natürliche Wald, braucht allerdings 30 mal weniger Fläche dafür).

 

 

 

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1 Kommentar zu „Back to the Roots: CO2 als Kohle speichern“

  1. Danke für die Info. Die Idee ist sehr gut, vernebelt sie dennoch den Blick auf die aktuellen kommunalen Möglichkeiten.
    Und – meine Meinung:
    CO2 Emissionen werden auch durch den technologischen Fortschritt nicht so stark reduziert wie nötig…
    Dazu werden zu viele gierige Menschen auf diesen Planteten geboren – ohne Bewusstsein über die Folgen ihrer Handlungen…
    (Magere Natur und Technik-Bildung ab dem Kindergarten, Weitere Aufklärung über politische Folgen des „Weiterso“, Das Menschenssein im Kreislauf der Natur von Fauna und Flora diskutieren, der „way of life“ nach aktuellem westlichem Denkmuster – all das hindert leider weiterhin…)
    Daran muß man nicht verzweifeln, sondern das Beste daraus ableiten einfach machen.

    Auf kommunaler Ebene passieren tolle Dinge – z.B. in Flensburg.
    Daran sollen sich die Entscheidungsträger*innen orientieren.
    Global denken – lokal handeln!

    Anbei deshalb der Link zum Nachdenken und ähnlich Machen in Lindenberg, Lindau, oder sonst wo im Vierlander-Eck.

    http://www.klimawende.org/klimabegehren-flensburg

    Mit freundlichem Gruß
    J. Seitz

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