Gerd Sommerweiß: Plädoyer für eine technologieoffene Energiewende

Es ist gerade einige Monate her, dass die Bundesregierung die Nationale Wasserstoffstrategie ausgerufen hat, um die Klimawende zu meistern. Parallel wird an der EEG Novelle 2021 gefeilt, wobei man als mündiger Bürger nicht den Eindruck hat, das die Verantwortlichen verstanden haben, auf was es ankommt.

Das Umweltbundesamt versteift sich rein auf die Elektromobilität, die diskutierte EEG Novelle verschlimmbessert die Situation der Post-PV Anlagen und die für die Wasserstofftechnik notwendigen neuen Regulierungen hinsichtlich Wegfall EEG Umlage und netzentgeltgekoppelter Umlagen laufen in eine Richtung der Begünstigung großer Anlagen durch die BAR, obwohl eine dezentrale Struktur sinniger und schneller umsetzbar ist.

Warum müssen Anlagen, egal ob PV, Wind oder Elektrolyseure, die regenerative Energien erzeugen, auch geknebelt werden mit Umlagen etc. ? Das behindert den raschen und breiten Auf- und Ausbau dieser Technologien.

Dabei brauchen wir rasch eine technologieoffene Initiative als Anschub zur Energiewende.

Argumente, wie Elektromobilität seien vom Wirkungsgrad her deutlich besser als Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik, sind zwar grundsätzlich nachvollziehbar, aber wir werden die Energiewende nur schaffen durch den technologieoffen- und -breiten Ausbau. Elektromobilität für den Nahverkehr sowie Brennstoffzellentechnik für den Fernverkehr, Schwerlastverkehr, Luft- und Schifffahrt wären eine sinnige Kombination, auf die sich auch das Umweltbundesamt mal einlassen sollte.

Oft stellt man sich bei der Entwicklung der Diskussionen die Frage, wer hier von wem gedanklich beeinflusst wird.

Ich persönlich mache gerade mit der ersten Umstellung auf E-Mobilität die praktische Erfahrung, dass die Batterien bei der relativen Kälte von Ihrer Leistung her deutlich in die Knie gehen. Das stört mich bei meinen täglichen Fahrleistungen von ca. 80 km nicht, aber das mal betrachtet für Langstrecken und Schwerlastverkehr zeigt mir doch deutlich, dass nur der Energie- und  Technologiemix Sinn machen.

Ich hoffe, dass die Gremien bei der Diskussion der EEG Novelle doch noch zur Einsicht kommen. Ansonsten ist unser CO2 Ziel nicht zu erreichen.

 

photo: Mika Baumeister

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2 Kommentare zu „Gerd Sommerweiß: Plädoyer für eine technologieoffene Energiewende“

  1. Gerade habe ich die Abschlussveranstaltung der Roadmap Wasserstoff BW hinter mir. Fazit aus meiner Sicht. Man lamentiert herum, dass der vermeintliche Bedarf an Wasserstoff im Mega-, Giga-, Tera-Watt – Bereich in 10, 20 und 30 Jahren hierzulande gar nicht erfüllbar sei, dass man mindestens aufwändig importieren müsse, langes Hin- und Her, ob Gasleitungen verwendbar seien oder nicht, und lasst durchblicken, dass die E-Mobilität das Maß aller Dinge sei, woher die Rohstoffe dafür herkommen, war nicht so wichtig. E-Fahrzeuge sind ja, politisch korrekt, emissionsfrei….
    Die mehrfach angeregte Sofortlösung, nämlich Wasserstoffgas in Kleinstanlagen mobil und on demand zu erzeugen, und dieses dann ressourcenschonend in vorhandenen Verbrennungsmotoren teilweise oder ganz einzusetzen, wurde überhört, ignoriert und
    lag wohl zu sehr außerhalb des Mainstream..
    Trotzdem forschen und entwickeln wir in einer kleinen Firma ohne Fördergelder an dieser banalen Lösung und werden uns nicht beirren lassen…..

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