Sonnenstrom für 4.500 Haushalte in Leutkirch

Der Ausbau der Photovoltaik boomt, so auch in Diepoldshoden bei Leutkirch. Wie das PV-Magazin aktuell berichtet ist dort auf zehn Hektar Fläche eine moderne Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in Betrieb gegangen. Die Anlage hat eine Nennleistung von zehn Megawatt und wird jährlich knapp 12 Gigawattstunden an Strom erzeugen. Das reicht dann für die Stromversorgung von 4.500 Haushalten, wie die Schlagzeile betont.

Stimmt das so?

Die schnelle Rechnung (12 GWh geteilt durch 4.500) sagt, dass jeder Haushalt 2.700 kWh Strom im Jahr verbraucht. Das stimmt für einfache 2-Personenhaushalte – nicht für größere Haushalte.

Aber was ist nachts, wenn keine Sonne scheint? Oder im Winter, wenn auch tagsüber keine Sonne scheint oder Schnee auf den PV-Modulen liegt? Woher kommt dann der Strom für die 4.500 Haushalte?

In der Grafik zur Stromerzeugung in Deutschland in der letzten Woche (energy-charts) wird das deutlich:

Der allergrößte Teil des Stromes kam die meiste Zeit aus fossilen Kraftwerken. Das ändert sich auch nicht, wenn wir noch sehr viel mehr Photovoltaik und Windkraft installieren. Wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht, dann gibt es auch keinen Strom für die 4.500 Haushalte. Nachdem keiner im Dunklen sitzen und frieren will, braucht es Stromspeicher, die den temporären Überschuss speichern und bei Bedarf wieder nutzbar machen. Für die dunklen und kalten Wintermonate kann diese Energiespeicherung nur über Wasserstoff kosteneffizient realisiert werden.

Achtung: Je mehr E-Fahrzeuge geladen werden müssen und je mehr Wärmepumpen installiert werden, umso größer wird die Lücke zwischen Verbrauch und Erzeugung von grünem Strom, die über fossile Kraftwerke geschlossen werden muss. Erst wenn wir die Kraftwerke mit grünem Wasserstoff befeuern können, geht die Klimarechnung wieder auf.

Fazit: lasst euch nicht von Jahresdurchschnittswerten täuschen (reicht für 4.500 Haushalte) und fordert eine sehr schnelle Installation von Speichertechnologien. Und dann wird alles wieder gut.

 

Foto: privat

 

 

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