Wasserstoff-Busse: Der Wettbewerb findet in NRW statt – zieht Bayern bald nach?

Knapp 60.000 Einwohnner hat die Stadt Hürth. Und trotzdem kann sie sich in einer „Disziplin“ als Europas Vizemeisterin fühlen: Mit 16 Wasserstoff-Bussen, die sämtliche Stadtbuslinien bedienen, liegt nur noch das 70 km entfernte und sechsmal so große Wuppertal bei der Anzahl ihrer H2-Busse knapp darüber. In kluger Weitsicht haben sich beide Städte bereits seit 2014 auf diese Technik konzentriert. Dabei haben sie ihr Augenmerk nicht nur darauf gerichtet, wann und ob die deutschen Bushersteller – etwa Daimler oder MAN – sich überhaupt mit dieser Antriebstechnik befassen werden. Stattdessen haben sie sich rechtzeitig bei anderen, z.B. dem niederländischen Hersteller Van Hool und Solaris (Polen) umgehört und schließlich auch bestellt. Und schon letztes Jahr konnten ihre Stadtwerke verkünden, dass die Kostenparität zu den bisherigen Dieselbussen längst erreicht wurde. Zwar beträgt der Stückpreis dieser Fahrzeuge noch immer um die € 600.000, doch dürfte der dank hoher Nachfrage und entsprechend großen Stückzahlen bald spürbar sinken.  Hinzu kommen die vielfachen Fördermöglichkeiten, die jetzt auch auf die Tank-Infarstruktur ausgeweitet wurden. Letztlich kosten diese Busse dann genausoviel wie Dieselbusse, die den ÖPNV unserer Städte wohl bald nicht mehr mit ihrem Gestank und CO2-Ausstoß belasten werden.

Wie erst in dieser Woche bekannt wurde, haben nun auch zwei oberbayerische Busunternehmen jeweils 5 Wasserstoffbusse bei Solaris bestellt, die bis März 2023 augeliefert und dann auch den ÖPNV von Glonn und Hofolding unterstützen werden.

In jedem Bus werden ultramoderne Brennstoffzellenmodule mit einer Leistung von 70 kW verwendet. Der Wasserstoff wird in fünf Tanks mit einer Gesamtkapazität von 1560 l gespeichert, die die höchsten Sicherheitsanforderungen auf dem Markt erfüllen. Dank der eingesetzten Technologie werden die Busse eine Reichweite von mindestens 350 km mit einer Tankfüllung bieten können.

Bezüglich der Ausstattung heißt es in der weiteren Pressemitteilung von Solaris:

„Erwähnenswert ist auch, dass die Wasserstoffbusse für Oberbayern mit dem MobilEye Shield+-System ausgestattet werden, das den toten Winkel überwacht. Sollte sich ein Fußgänger oder ein Radfahrer im toten Winkel aufhalten, so wird der Fahrer vom System mittels visueller und akustischer Signale gewarnt. Das MobilEye Shield+-System wird das Fahrpersonal auch mit seinen zusätzlichen Funktionalitäten unterstützen: der Verkehrszeichenerkennung, dem Spurhalteassistenten wie auch dem passiven Bremsassistenten. Zusammen mit den Bussen erhalten die Busunternehmen auch eSConnect, d. h. das von Solaris erstellte moderne Ferndiagnosesystem. Damit werden sie den Busflottenbetrieb optimieren können, d. h. sie werden die Einsatzfähigkeit ihrer Fahrzeuge erhöhen, eventuelle Ausfallzeiten reduzieren und unnötige Rückfahrten zum Busdepot vermeiden können.“

Foto: Solaris

 

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