Woher kommt an diesen Tagen und Nächten der grüne Strom?

Wer erinnert sich noch an die vergangene Woche (KW 2/24)?

Der komplette Bodensee, wie alle tieferliegenden Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz lagen unter einer dicken Nebelschicht – eine für die Jahreszeit typische Hochdruckwetterlage, die über mehrere Tage anhält.

Glücklich, wer Zeit hat, um in den Bergen die Sonne zu genießen und am Nachmittag den frühen Sonnenuntergang zu bewundern.

Für die Ernte von Strom aus Sonne und Wind sind das allerdings schlechte Zeiten: obwohl wir inzwischen in Deutschland fast 150 GW an Photovoltaik und Windenergie installiert haben, können an solchen Tagen nur 10 – 20 GW genutzt werden – der große Rest, um den Leistungsbedarf von bis zu 70 GW abzudecken, kommt aus Kohle und Erdgaskraftwerken (siehe Grafik unten). Da hilft auch der Ausbau von Sonnen- und Windenergie nicht weiter – ohne Sonne und Wind kein grüner Strom!

An solchen Tagen tragen auch eine Wärmepumpe oder eine batterie-elektrisches Fahrzeug wenig zur Klimarettung bei: der Strom kommt aus Kohlekraftwerken!  In einem sehr sehenswerten ARD-Beitrag  zum Thema Wärmepumpe, die man ja bevorzugt in diesen kalten Winter-Tagen und vor allem Nächten braucht,  wird sehr anschaulich die so wichtige, ganzheitliche Betrachtungsweise erklärt.

Was tun?

Erst wenn in Deutschland zu jeder Tages- und Jahreszeit auch ausreichend grüner Strom aus der Steckdose kommt, werden Wärmepumpen und E-Fahrzeuge so richtig klimafreundlich.

Und wie geht das?

Mit grünem Wasserstoff, aus dem zu diesen Zeiten über Gasturbinen oder dezentrale Blockheizkraftwerke den notwendigen grünen Strom erzeugt wird. Zum Glück schreitet die Umstellung des Erdgasnetzes auf Wasserstoff voran und in der Nordseeregion gibt es häufig viel zu viel Strom aus Windkraft, den niemand brauchen kann. Daraus könnte man schon heute sehr viel Wasserstoff erzeugen.  Insgesamt wird aber die Umstellung auf Wasserstoff als grüner Energieträger noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin hilft nur eines: möglichst wenig fossile Energien verbrauchen.

Länder wie Vorarlberg oder Schweden haben das ganz Jahr über grünen Strom. Dort ergeben Wärmepumpen und E-Fahrzeuge schon heute sehr viel Sinn.

P.S. Eine detaillierte Analyse zur Energieversorgung findet sich auch in unserer Studie zur Klimaneutralen Schifffahrt auf dem Bodensee.

 

Quelle: Energy Charts – hier ist nur die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien dargestellt. Die Lücke zum Verbrauch (Last – schwarze Linie)  wurde durch Kohle- und Gaskraftwerke aufgefüllt.

 

 

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