CO2 negativ fahren – wie geht das?

Wer sich ein E-Auto gekauft hat oder eines kaufen will, der weiß, dass zu den Emissionen 0 g CO2 pro Kilometer auf den Dokumenten steht. Das gilt allerdings nur für die Emission am Fahrzeug – so lautet die gesetzliche Festlegung. Doch die stimmt im realen Leben nur, wenn die Batterien mit grünem Strom geladen werden. Kommt der Strom aus fossilen Kraftwerken (und das ist aktuell noch sehr häufig der Fall), dann steigt die CO2 Emission schnell auf Werte im Bereich von (plus) 100 g CO2 pro Kilometer. Also genau so hoch, wie wir sie vom Verbrenner kennen.

Tanken wir allerdings grünen Wasserstoff, der z.B. aus Windstrom erzeugt wurde oder ein sogenanntes e-fuel wie e-Methanol, dann liegt die Emission des Fahrzeuges immer bei 0 g CO2 pro Kilometer, egal wann und wo wir tanken.

Woher kommt e-Methanol?

Das e-Methanol wird dort produziert, wo es sehr viel billigen grünen Strom gibt, z.B. in der Wüste, wo Strom für weniger als 1ct pro Kilowattstunde über Photovoltaik produziert werden kann. Mit diesem Strom produziert man direkt vor Ort grünen Wasserstoff und wandelt diesen dann mit dem CO2 aus der Luft in einer einfachen chemischen Reaktion in e-Methanol um (das „e“ steht für elektrisch erzeugtes Methanol). Das bei Umgebungstemperatur flüssige Methanol kann dann sehr einfach per Schiff, Bahn oder LKW zur Tankstelle transportiert werden: So wie das bis heute auch mit Benzin oder Diesel üblich ist. Und dort kann man dann einfach und schnell seinen Tank auffüllen, wie wir das bisher schon gewohnt sind.

Ein Motor, der mit e-Methanol betrieben wird, läuft also CO2-neutral. Denn das vorher der Atmosphäre entzogene CO2 wird ja bei der Nutzung des Methanols wieder freigesetzt.

a fuel Erzeugung Bild: Obrist Technologies
aFuel Produktion  Bild: Obrist Group

Wie kann man eigentlich CO2 negativ fahren?

Den Prozess, mit dem das CO2 aus der Luft in e-Methanol umgewandelt wird, kann man derart modifizieren, dass statt Methanol nun fester Kohlenstoff entsteht. Dieser Kohlenstoff kann sehr einfach, kostengünstig und ungiftig für immer „endgelagert“ werden. Genau mit diesem Verfahren wird der Atmosphäre Kohlendioxyd entzogen – und das ist dann tatsächlich CO2 negativ und nicht nur CO2-neutral.

Diese beiden Prozesse – den zur Herstellung von e-Methanol und den zur Herstellung von Kohlenstoff – kann man in einem beliebigen Verhältnis kombinieren. Je größer das Verhältnis von Kohlenstoff zu Methanol im Herstellprozess gewählt wird, desto negativer wird die CO2-Emission insgesamt bei der Nutzung des e-Methanols als Kraftstoff (die Firma Obrist bezeichnet diesen Kraftstoff dann als „aFuel„).

Mit einem zunehmenden Anteil der Kohlenstoff-Produktion wird das e-Methanol natürlich auch etwas teurer. Da die Stromerzeugung in der Wüste allerdings sehr viel billiger ist und der Verbrauch eines optimierten Methanolstromgenerators im seriellen Elektro-Hybridfahrzeug, wie es die Firma Obrist entwickelt hat, sehr gering ist, bleibt diese Antriebsart auch kostenmäßig sehr attraktiv. Und dies gilt sowohl für die Anschaffung des Fahrzeugs, als auch für den laufenden Betrieb.

Warum ist CO2-negativ so wichtig?

Die CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre ist heute bereits so hoch, dass die Auswirkungen des damit verbunden Klimawandels jetzt schon sehr heftig spürbar sind. Die CO2-Konzentration wird trotz vieler, aber viel zu geringer Anstrengungen über die nächsten Jahre leider nicht sinken, sondern immer noch weiter steigen. So wird der Klimawandel ständig größere Schäden hinterlassen. Daher ist es äußerst wichtig, schnell Technologien zu entwickeln, die das CO2 auch wieder aus der Atmosphäre herausholen können. Die aFuel Technologie der Firma Obrist ist dafür eine sehr attraktive Lösung.

Foto privat

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1 Kommentar zu „CO2 negativ fahren – wie geht das?“

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